„Nein, Abschalten kann ich nicht“

Die anschließende Interviewsequenz mit einem Produktdesigner, der ein Unternehmen mit ca. 5 MitarbeiterInnen leitet, behandelt das Thema Arbeitszeiten – die, wie bei vielen Selbständigen, leicht ausufern können. Bei der an sich „unschuldigen“ Frage nach Arbeitszeiten gerät außerdem sehr schnell vieles in den Fokus, was zwar nicht zur Arbeitszeit im engeren Sinn zählt, aber zur Organisation der erwerbszentrierten „Lebenszeit“: Zeit für Freizeit, Familie, Kinder (wenn vorhanden), Haushaltsalltag, Sozialkontakte. Das angeführte, etwas ausführlicher Beispiel veranschaulicht, wie leicht oder umgekehrt wie schwierig die unterschiedlichen „Lebenssphären“ für diesen Unternehmer unter einen Hut zu bringen sind, und welche Aspekte dabei womöglich zu kurz kommen.

Wie würden Sie einen typischen Arbeitsalltag von Ihnen beschreiben? Gibt es diesen überhaupt?

„Na ja, den gibt es nicht. Das wünschte ich mir. Das ist sehr ambivalent, zum einen würde ich mir das wünschen, einen typischen Arbeitsalltag, einen Stundenplan, wo man in der Früh aufsteht und weiß, von 8-10 Uhr ist das, von 10-12 Uhr ist das und so weiter. Auf der anderen Seite weiß ich dann schon, wenn ich mir das gut visualisiere, dass ich das nach einer Woche nicht mehr aushalten würde. Weil das war ja schließlich ein Grund, selbstständig zu werden und ein Grund, Designer zu werden, diese Abwechslung. Das war mir immer sehr wichtig und wir wollten uns auch nie festlegen, dass wir nur Bürosessel oder nur Blumentöpfe machen. Wir wollten immer alles machen, und wir arbeiten vom medizinischen Bereich bis zu der Schwerindustrie, kann man fast sagen. Diese Liftanlagen sind ja große schwere Dinge. Spielplatzmöblierung ist ein Bereich, High-End Musikgeräte sind ein anderer Bereich. D.h., das geht alles kreuz und quer und das ist ja das Spannende an der Sache. So gesehen ist jeder Tag eine Herausforderung und man kommt jeden Tag in der Früh her und sagt: ‚Ok, wie gehen wir es jetzt an? Wie organisiere ich den Tag, dass ich das Maximum heraushole, dass ich möglichst effizient arbeite?‘ Also diesen typischen Arbeitstag, den gibt es einfach nicht.“ 

Sie arbeiten ja mit einem Partner zusammen und haben mehrere Angestellte. Wie ist da die Aufteilung?

„Man muss unterscheiden zwischen dem typischen Arbeitstag von meinem Partner und von mir. Bis vor einigen Jahren haben wir beide alles gemacht, also akquiriert, Kundenbetreuung als eine Sache, und Unternehmensstrategien festgelegt, und auf der anderen Seite Projekte bearbeitet. Dann haben wir gesagt, das ist irgendwie ineffizient. Für mich war es unangenehm, weil der Arbeitsaufwand so groß war. Wenn man an einem Projekt gesessen ist und gearbeitet hat und ein schlechtes Gewissen gehabt hat, weil man ja eigentlich telefonieren müsste. Wenn man telefoniert hat, hat man ein schlechtes Gewissen gehabt, weil eigentlich muss man das ja abgeben. Also haben wir gesagt, trennen wir das. Einer konzentriert sich voll auf das operative Geschäft, leitet die Projekte und schaut, dass die Deadlines eingehalten werden. Der andere kümmert sich um Neukundenakquise und strategische Überlegungen zum Unternehmen. Wenn jetzt ein Tagesablauf typisch ist, dann wäre das so, dass ich in der Früh her komme, Emails prüfe, anschließend mich zwei Stunden zum Telefon setze und Unternehmen anrufe, weil das vorgesehen war, weil ich da wieder anrufen muss oder weil es eben ein Neuer ist, wo ich mich da durchfrage, wer der Richtige ist. Dann sagen die oft, ‚Schicken sie einmal was‘, dann das Aufbereiten, Brief schreiben, vorher wieder Emails schauen.“ 

D.h. Sie haben jetzt die Akquisition- und Vermarktungsseite übernommen?

„Genau, ja. Und am Nachmittag arbeite ich an verschiedenen Projekten. In der Praxis ist es dann ohnehin nie so, es läuft nur ganz selten so nach einem Schema ab. Am Nachmittag werden dann verschiedene Projekte, auch wieder Produkte entwickelt, so Dienstleistungsprodukte und Standardprodukte. Oder wir müssen irgendwelche Unterlagen aktualisieren. Wir haben z.B. eine zweimonatige Aussendung, das muss man auch vorbereiten. Das sind alles Dinge, die ich übernehme, die ich mache, weil meine Leute kann ich nicht von den Projekten abziehen.“ 

D.h. Ihr Anteil an Designtätigkeit ist ziemlich geschrumpft?

„Ist ziemlich geschrumpft, ja. Am Abend ist bei mir dann oft noch ein Besuch irgendeiner Veranstaltung. Praktisch drei- bis viermal die Woche. Das ist jetzt im Sommer ein bisschen weniger, aber die letzten Wochen waren es so drei bis vier Abende pro Woche. Das ist schon viel.“

Wann fangen Sie in der Früh zum Arbeiten an?

„Ich starte, offiziell beginne ich um 9.00 Uhr. Aber ich kann daheim, ich bin daheim auch online, d.h. da kann es schon sein, dass es so zwischen 7.00 und viertel 8.00 Uhr anfängt. Je nachdem, wie meine Termine hier sind und wie ich daheim in die Arbeit reinfalle, gehe ich dann um 8.00 Uhr weg oder bleibe dann bis 9.00 Uhr daheim und fahre dann noch eine Stunde ins Büro. Also ich wohne da außerhalb von Wien, und fahre ungefähr eine dreiviertel Stunde. D.h. ich starte so zwischen 7.00 und halb 8.00 Uhr und habe dann eine Stunde Unterbrechung, diese Fahrtzeit, und bin dann zwischen 9.00 und halb 10.00 Uhr im Büro.“

Ok. Und am Abend kann es dann lang werden, je nachdem wie lange diese Abendveranstaltungen dauern?

„Das geht mitunter so bis 22.00 Uhr. Ja.“

Was schätzen Sie, was arbeiten Sie so im Durchschnitt in der Woche?

„Das ist immer so die Frage. Ich persönlich habe ja ein Problem mit dieser Arbeitsdefinition.“

D.h. Sie grenzen das nicht ab?

„Na ja, weil ich mir da schwer tue zu sagen, diese Networking-Zeit als Arbeitszeit zu rechnen, diese Meetings. Wenn man die mitrechnet, dann ist das viel Zeit. Ich sage halt, ich gehe aus dem Büro raus, dann ist halt für mich die Arbeit offiziell aus und wenn ich nur die Bürozeit nehme, dann komme ich vielleicht auf 45 Stunden, 50 Stunden. Wenn ich das am Abend dazu nehme, das habe ich nicht ausgerechnet. Dazu kommt ja oft, dass man am Samstag oder Sonntag, dadurch dass man ja sehr viel mit den Computern machen kann, auch arbeitet. Am Samstag regnet es, dann kann ich nicht Rasen mähen, dann setze ich mich hin und arbeite auch etwas. Wenn es nicht gerade ums Spielen geht mit den Kindern. Nur die sind halt mit zehn und zwölf Jahren teilweise nicht mehr so interessiert, dass man sich zusammensetzt und Lego baut, sondern die haben halt ihre Sachen und da arbeite ich am Wochenende auch noch die eine oder andere Sache.“

Sie arbeiten aber schon hauptsächlich da im Büro, und manchmal machen Sie noch etwas zu Hause?

„Genau, ja.“ 

Im Anschluss an diese Passage zu den Arbeitszeiten des Befragten werden andere Themen erörtert. Doch die Interviewerin, einmal neugierig geworden, kommt noch einmal auf das Thema zu sprechen, weil sie das Verhältnis von Arbeitszeit und Privatlebenszeit in Erfahrung bringen möchte. 

Wenn man so im Bereich Industriedesign als Unternehmer arbeitet, wie leicht ist es da, Arbeit und Privatleben zu vereinbaren? Also Familie und Kinder unter einen Hut zu kriegen?

„Naja, ich glaube, das ist genauso schwer wie in anderen Berufen, vielleicht noch schwerer.“

Wenn schwerer, warum?

„Weil die Arbeitszeiten nicht so fix sind, weil, wenn ich einen Bankjob habe, dann gehe ich halt heim um 16.00 Uhr oder um 18.00 Uhr, keine Ahnung. Da bin ich dann zu Hause, d.h. ich kann das genau wissen. Im Industriedesign haben wir eben z.B. morgen eine Präsentation und das ist noch nicht fertig und das wird meistens nicht fertig um 14.00 Uhr, sondern das wird erst um 18.00 Uhr fertig und dann funktioniert meistens der Drucker nicht und dann arbeitet man bis 4.00 Uhr in der Früh. Aber die Kinder hätten schon abgeholt werden müssen vom Kindergarten und dann kann man unmöglich da sagen: ‚Ich gehe jetzt heim, weil meine Kinder warten‘. Ich weiß nicht, das würde nicht gut kommen. Ich hätte, als Vater hätte ich natürlich Verständnis dafür, aber als Unternehmer wäre das für mich auch ein Problem. Weil das ja fertig sein muss morgen, da sitzt halt einer von uns Unternehmern da und druckt das aus, das ist schwierig.“ 

D.h. bei Ihren beiden Kindern war es so, dass Ihre Frau dann hauptsächlich die Kinder abgeholt hat vom Kindergarten? Diese ganzen Geschichten halt.

„Na ja. Ich habe es da als Unternehmer schon ein bisschen leichter gehabt. Ich konnte ja sagen, ich übernehme die Verantwortung dafür und ich war ja in den ersten Jahren einen Tag in der Woche zu Hause. Meine Frau war angestellt und ist damals in Teilzeitkarenz gegangen. D.h. sie hat dann ihre Arbeit geblockt, dann war einen Tag ich zu Hause, einen Tag waren die Kinder bei meiner Schwiegermutter, und einen Tag bei meiner Mutter. Zwei Tage war sie dann daheim. In drei Tagen hat sie die 25 Stunden gearbeitet. Mehrheitlich war meine Frau bei den Kindern, aber wir haben uns das ein bisschen aufgeteilt. Sozusagen immer einen Tag in der Woche zu Hause, und habe dann einen Tag von der Arbeit abgezwickt für die Kinder.“ 

Hat Ihr Kollege Kinder?

„Nein. Das führt natürlich auch zu Spannungen. Aber das hat er damals akzeptiert, ja.“ 

Weil ich denke mir, das trägt natürlich etwas bei zur Atmosphäre in Betrieben. Wenn Sie sagen, ich als Vater kann das irgendwie verstehen, wenn jemand sagt...

„Aber das ist natürlich schwer, wie soll man da reagieren? Ich muss das morgen abgeben und präsentieren und kann dann niemanden heimschicken. Schwierig, ja ... aber man muss die Prozesse verbessern, ich habe das nie mögen als Projektleiter, dass man um Mitternacht vor der Präsentation fertig wird. Ich habe da immer geschaut, dass ich einen Tag früher fertig bin. Was mir natürlich auch nicht immer gelungen ist, oft nicht gelungen ist. Aber ich bin auch jetzt daran interessiert und versuche auch gerade im Unternehmen Mechanismen zu etablieren, dass wir einfach früher fertig sind. Weil ich kann ja intern sagen, die Deadline ist einen Tag vorher. Ja. Jeder glaubt halt, in der letzten Stunde fällt einem noch etwas besonders Tolles ein. Daher wird das bis zum Schluss ausgedruckt. Teilweise ist es ja so, dass die Mitarbeiter ... ich schicke die oft heim oder ich versuche sie heimzuschicken, und die sagen dann: ‚Nein, wir machen das noch fertig, wir wollen das noch fertig machen.‘ Großes Engagement, viel Identifikation der Mitarbeiter mit ihrer Arbeit. Die wollen das, sich sozusagen ausbeuten, bis in der Nacht arbeiten. Auch die Frauen, das muss man dazusagen. Auch die jungen Frauen, die da waren, Praktikum gemacht haben, die haben das mit Leib und Seele gemacht und insofern ist es auch kein Wunder, dass sie Anerkennung bekommen, weil sie sind voll beseelt von diesem Beruf und die ziehen das voll durch, ja.“ 

Würden Sie sagen, das für Sie der Stellenwert der Arbeit auch so groß ist wie bei Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die da bis Mitternacht sitzen und arbeiten?

„Ja. Am Anfang auf jeden Fall, ja. Das ist jetzt schon ein bisschen anders. Jetzt sage ich, das muss nicht sein. Aber ich sitze oft da, komme um 11.00 Uhr abends heim. Wie gesagt, ich wohne da am Rand draußen, ich komme um 11.00 oder 12.00 Uhr heim und setze mich hin und tippe noch Zusammenfassungen ein zu den einzelnen Leuten, die ich getroffen habe und definiere, wann ich wen anrufen muss, so ein selbstgestricktes CRM, wo ein ich ein bisschen Logbuch führe, damit ich weiß, was passiert. Das ist das, was wir uns ausgemacht haben und das muss man gleich eintippen, da setze ich mich dann auch noch in der Nacht hin und schreibe das. Insofern glaube ich schon, das ich mich dafür begeistern kann, aber das ist sicher nicht mehr so wie früher. 

Das hängt vielleicht auch von der Art der Tätigkeit ab?

„Das ist halt, ich weiß nicht, die Aufgabenstellung, ja. Wenn ich in einem Projekt drinnen sitze, da vergisst man die Zeit einfach. Wenn man telefoniert, vergisst man die Zeit nicht so leicht. Aber da passiert es mir halt auch öfters, wenn man Glück hat und so eine Stimmung, dass ich gerne telefoniere und den nächsten und den nächsten und nächsten. Und da hindert mich nur die Mittagspause der anderen Leute...“ 

Dass Sie niemanden mehr erreichen?

„Ja, da erreiche ich halt niemanden mehr.“

Würden Sie sagen, dass Sie gut abschalten können. Wenn Sie so beschreiben, Sie kommen um 11.00 Uhr abends heim und setzen sich hin und füllen noch ihr Logbuch?

„Nein. Abschalten kann ich nicht, nein. Wenn es irgendetwas gibt, das einen beschäftigt, ein Problem, oder Akquise oder eines der Projekte, ich bin ja bei den Projekten doch immer drinnen, manchmal nicht so informiert, wie ich es gerne möchte, aber oft genug detailliert informiert, dass ich darüber nachdenken kann. Das beschäftigt einen laufend. Man sitzt dann irgendwo, liest ein Heft. Man hat ja permanent Literatur, die den Beruf betrifft in irgendeiner Weise. In meinem Fall jetzt mehr Managementliteratur oder doch auch, wo man sich laufend informiert über aktuelle Trends im Design. Da muss man sich manchmal durchblättern und Artikel auch lesen, und da gibt es noch stapelweise Bücher auf meinem Nachtkästchen. Insofern, wenn man das jetzt als Kriterium hernimmt, bin auch ich rund um die Uhr noch immer Designer. Das einzige, wo ich abschalten kann, wenn ich jetzt auf Urlaub fahre, übernächste Woche, dann werde ich, wenn es geht, dann nehme ich mir vielleicht den Harry Potter mit, wenn es den schon gibt bis zu dem Zeitpunkt, das wäre dann Abschalten. Aber ich werde wahrscheinlich auch ein Managementbuch mitnehmen, weil ich mir das jetzt auch mal anschauen muss. D.h. so richtig abschalten...“

Aber es gibt schon so Tendenzen, dass Arbeitszeit und private Zeit...

„Schon, ich versuche, dass jetzt die Wochenenden, das war jetzt auch schon zu viel. Ich versuche seit eineinhalb, zwei Monaten die Arbeit dann möglichst abzustellen. Am Freitag am Abend aus diesem Haus rauszugehen und den Computer möglichst nicht einzuschalten. Nicht einschalten geht nicht, irgendwie schaffe ich das nicht, aber ich habe das schon ziemlich zurückgestuft. Ich versuche, das jetzt sorgfältiger zu trennen zwischen Arbeitszeit und privater Zeit.“ 

Und geht sich das, was Sie so privat alles noch zu tun haben?

„Privat zu tun?“

Na ja, z.B. Haushalt, den man irgendwie am Laufen halten sollte, dann gibt es noch Kinder, eine Beziehung. Spießt sich das manchmal oder gelingt Ihnen das irgendwie, unter einen Hut zu bekommen?

„Das spießt sich schon. Natürlich, wenn man dann noch drei Tage, vier Tage am Abend weg ist, da schlafen die Kinder meistens schon. Jetzt sind sie schon größer, aber früher bin ich um 21.00 Uhr heimgekommen und da haben sie schon geschlafen. Aber wenn ich jetzt um 21.00 Uhr heimkomme, weil der Termin von 17.00 bis 19.00 Uhr dauerte, dann sehe ich sie noch alle. Dann kann man gemeinsam noch Desperate Housewives  anschauen oder so. Wenn aber dann so Stressphasen sind mit den Kindern, der Älteren … dann spießt sich das. Ja, das geht sich schwer aus.“ 

Belastet das eine Beziehung?

„Ja. Wahrscheinlich schon, ja. Aber das ist jetzt in meiner Situation besonders, ein besonderer Fall, weil jetzt eben meine Frau … die arbeitet mehr als ich. Ich könnte mich am Abend um 22.00 Uhr noch hinsetzen zu einem Gespräch, aber da muss sie noch zwei oder drei Stunden arbeiten. Das führt natürlich schon auch zu Spannungen […] 

Da kämpfen Sie also beide irgendwie?

„Wenn diese Situation [von uns beiden] jetzt nicht so auf den Beruf bezogen wäre, dann würde ich sagen, ich würde das sogar irgendwie unterkriegen, dass die Beziehung nicht zu kurz käme. Was ich vielleicht weniger leicht unterbringe, ist, ich weiß nicht, ich muss jetzt z.B. für meinen Garten eine Gartenpumpe besorgen und die muss ich beim Zgonc oder sonst wo besorgen, von Unternehmen, die nicht am Samstag offen haben, und das muss ich unter der Woche abzwicken. Und wann soll ich jetzt unter der Woche wegfahren, damit ich diese Gartenpumpe organisieren kann? Das geht sich nicht aus. Einkaufen usw., das ist ein bisschen schwierig alles, das verschieben wir aber beide alles auf Samstag. Das sind dann die großen Aktionen, da sind wir dann voll im Einsatz. Ich wundere mich dann immer, wie das die Verkäuferinnen schaffen, die uns am Samstag zur Verfügung stehen.“ 

Genau, wo dann alles noch schnell erledigt werden muss, was die ganze Woche liegen geblieben ist. Wie ist das dann so mit Sozialkontakten? Weil ein Privatleben besteht ja meistens auch noch darin, dass man manchmal irgendwelche Freunde treffen will?

„Das geht dann schon, weil die treffe ich dann ja beim Networking.“ 

D.h. das sind dann alles Designer und Designerinnen?

„Nein, überhaupt nicht, weil da würden wir ja kein Geschäft machen. Man muss, ich habe nur noch nicht alle richtigen Netzwerke optimal beisammen. Aber man muss eigentlich in solche Netzwerke gehen, wo Leute arbeiten, die Designer brauchen. Das ist natürlich nicht ein Designernetzwerk. Auf der anderen Seite sind ja Freunde nicht unbedingt Leute, mit denen man Geschäfte macht. Zumindest nicht zwangsläufig.“ 

Sie sind in diesem Bereich unterwegs und außerhalb gibt es, da hat man halt keine Sozialkontakte?

„Eher wenig, nein. Das sind nicht alles Leute, die man, mit denen man Geschäfte macht, die ich da treffe. Das sind auch oft andere Unternehmen, mit denen man sich so austauscht, insofern schon Freunde, Freundschaften, die sich so gebildet haben … da trifft man sich, muss auf Veranstaltungen gehen usw. Auch viele Leute, das sind jetzt Freunde, mit denen man jedes Wochenende ins Kino geht. Diese Freunde, die treffen wir am Wochenende oder zum Grillen. Das gibt es schon. Aber das ist auf das Wochenende beschränkt. Die anderen Freunde, die Unternehmerfreunde, wenn man so will, die treffe ich bei Networking-Veranstaltungen. Und natürlich auch die Auftraggeber-Freunde.“ 

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