Fördergelder:Verein oder Firma?

Eine Selbständige, die für unterschiedliche Projekte mit verschiedenen „Hüten“, also Rechts- und/oder Partnerschaftskonstruktionen auftritt, verwirrt den Interviewer, indem sie sich ihm einmal als Werbefirma, dann wieder als Vereinsobfrau, und zudem noch als Subauftragnehmerin einer anderen Person usf. vorstellt. Hintergrund dieser Vielfalt sind einerseits die typischen, nicht eben üppig finanzierten Projektstrukturen im Kulturfeld, andererseits die benötigten Rechtskonstruktionen, um z.B. in der Modebranche bei öffentlichen Fördergebern zu punkten, also Subventionen erhalten zu können.

Also das ist dann ein Verein, oder?

„Na schau, prinzipiell ist es einfach so, dass du für verschiedenste Subventionsgeber besser ein Verein bist als eine Firma. Und trotzdem gibt es einfach mich als Firma. Also meine Firma heißt X. Und ich habe einfach verschiedene Projekte, ja. Und Y. ist zusätzlich auch noch ein Verein.“ 

Okay. Das ist ein bestimmtes Projekt. Und das ist ein Verein, den ihr dafür gegründet habt. Da ist wiederum die A. dabei?

„Ja, die A. ist da dabei.“

Da braucht man eine Anzahl von Mindestmitgliedern, bei Vereinen, oder?

„Ach nein, braucht man gar nicht. Zwei reichen.“ 

Okay. Zwei reichen. Und ihr macht das zu zweit und...

„Na ja, also sie ist mehr auf dem Papier. Also ein paar Sachen. Aber weißt eh, pro forma ist das dann gar nicht so schlecht, wenn da mehrere Leute dabei sind.“ 

So könnt ihr zu diesen Subventionen kommen.

„Genau, und da können wir quasi die Leistungen, die wir anbieten … und die Kooperationen mit Z., da können wir es als Verein einfach billiger, günstiger anbieten. Ja, also das ist für die Leute [Fördergeber] zwar noch immer viel Geld … für mich ist es natürlich noch immer zu wenig, um [allein mit diesem Projekt] irgendwie überleben zu können.“ 

Das stellt sich für mich so dar, dass das in der Modeszene trotz dieser unterschiedlichen Einreichungsmöglichkeiten für Förderungen ziemlich mühselig ist.

„Das ist eben schwierig, aber aus verschiedensten Komponenten, ja. Weil ich bin selbständig, ich bin bei der SVA gemeldet und ich habe eine Werbeagentur. Also ich kann das rechtlich alles machen. Ich habe eine USt., also ich kann die Umsatzsteuer abführen. Also wir haben jetzt im Zuge dieser Einreichung quasi auch wieder einen Verein gegründet, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das jetzt wirklich das Gescheiteste ist. Aber bei ‚Impulse‘ kann man eben auch Vereine fördern lassen, das geht über Departure nicht, weil man da quasi ein Unternehmen sein muss. Bei Impulse geht es auch als Verein. Ja, und dann habe ich mir gedacht: Na, okay. Man könnte es jetzt einmal ein Jahr lang als Verein machen und schauen, wie sich das tut, ob sich das ausgeht. Und dann kann man noch immer eine Firma gründen.“

Und das würde wieder mit dieser Projektpartnerin laufen?

„Ja, sie schreibt mir dann halt Honorarnoten oder so. Und ich zahle sie dann aus. Und ich bin einfach Geschäftsführerin oder Obfrau. Und sie ist Obfrau-Stellvertreterin. Also bin ich sowieso immer der Part, der die Geschäfte regelt, also das Finanzielle macht und so. Aber das ist noch nicht wirklich klar. Ich meine, spätestens dann, wenn es Geld gibt, ja, muss man eh schauen. Weißt eh, wenn man in so einem Bereich ist, wo es kein Geld gibt, wo eh keiner Ansprüche stellen kann, dann arbeitet man halt so dahin...“

Da kann man kommen und gehen, wann man will, eigentlich.

„Ja, dann arbeitet man halt so dahin. Aber sobald es dann Geld gibt, ja, dann muss man überlegen, wie man tut.“ 

Vom gleichen Gesprächspartner:


Verwandte Artikel: